Sverige 2016

Dag 01

Am 15. August trafen wir uns um 4:30 am Flughafen. Nachdem wir alle die Sicherheitskontrollen passiert hatten und unsere „gefährlichen“ Schuhe ausziehen mussten. Konnten wir um 6:30 abfliegen. Unser Flieger landete um 8:30 in Stockholm Alanda. Von hieraus fuhren wir mit dem Bus nach Stockholm City. Nach einem kurzen Aufenthalt am Bahnhof führte uns der Weg mit dem Zug nach Vagenhärad. Hier haben wir direkt die Gastfreundlichkeit der Schweden kennengelernt, die uns alle PET-Flaschen voll auffüllten. Nun starteten wir unsere eigentliche Wanderung auf dem Sömerlandsleden. Unsere erste Nacht verbrachten wir in der Nähe von Trosa auf einem schönen Zeltplatz an einem See. Das Zelt aufbauen gestaltete sich am ersten Abend noch als etwas schwierig, aber mit den Tagen wurden wir besser und schneller. Zum Essen gab es dann Tortellini mit Tomatensauce.



Dag 02

Nachdem wir uns morgens mit einem Bananenmüsli gestärkt hatten, konnte es mit dem Wandern losgehen. Wir wanderten an einem kleinen Hafen vorbei und bestaunten anschließend die Stadt Trosa, welche wir kurzerhand das Venedig von Schweden tauften. Hier legten wir direkt am Fluss ein kleines Päuschen ein und ein paar von uns besorgten Wasser. Weiter ging´s über einen Asphaltweg, den wir uns mit Liedern schön sangen. Unsere Mittagspause hielten wir in einem kleinen Garten. Bei schönstem Sonnenschein konnte unser Trip durch die Wälder Schwedens weitergehen. Unsere Zelte schlugen wir an einem Jachthafen auf und konnten unser Abendessen auf einem Balkon beim Sonnenuntergang genießen.



Dag 03

Der dritte Tag begann sehr windig und die Jungs ließen ihr Zelt aus Versehen zusammenstürzen. Nachdem die anderen Zelte dann auf normalem Weg in die Rucksäcke gepackt wurden, konnte die Wanderung starten. Wir strichen durch Felder und Wälder und unsere Hoffnung, ein Dorf zu finden, mit einem Supermarkt zum Aufstocken unseres Vorrats, erfüllte sich nicht. Aber das Glück lag mal wieder auf unserer Seite und wir trafen eine Frau mit einem Auto, die sogar aus Deutschland kam. Sie bot uns an, mit zwei von uns in einen Supermarkt im nächsten Dorf zu fahren. In der Zeit genehmigten die Anderen sich eine ausgedehnte Mittagspause, bei der es leider anfing zu regnen. Um uns wieder gegenseitig zu motivieren machten wir vor dem Weitergehen einen Schunkel-Kreis in dem wir mitten auf dem Weg Karnevalslieder sangen. Das war etwas ganz Neues und super witzig und wir waren trotz Regen auf einem Stimmungs-Höhepunkt. Unser Weg führte uns nun an einem See vorbei: wir mussten aufpassen nicht auf den rutschigen Steinen auszurutschen. Dies gelang uns und wir sahen endlich die ersehnte Hütte. Doch diese war zum Bedauern aller schon von fünf anderen jungen Erwachsenen belegt. Die fünf empfahlen uns Ferienhäuser, welche zum Sömerlandsleden gehören. Dort durften wir Gott sei Dank auch schlafen. Nachdem wir versuchten, das letzte trockene Holz zu suchen, bezogen wir eine der Ferienhütten. Zum Abendessen gab es auf dem Feuer gekochte Nudeln Carbonara. Anschließend standen wir noch ums Lagerfeuer sangen Lieder und tranken heißen Tee. Trotz Regen war es ein lustiger und erfolgreicher Tag.



Dag 04

Nachdem wir gefrühstückt und das Haus geputzt hatten, setzten wir die Wanderung fort. Das Wetter am heutigen Tag war nicht besser als am Tag zuvor und der Regen hörte auch nicht auf, obwohl wir Sommerlieder sangen. Doch wir kämpften uns über Berge mit rutschigen Steinen und über Landstraßen. Da viele von uns auch mit der Achillessehne Probleme hatten, nahmen wir das Angebot einer Pfarrangestellten an und übernachteten im Pfarrheim von einem kleinen Dorf in der Nähe von Tystberga. Dort hieß es für uns alle erstmal Haare und Kleidung waschen. Der Flur ähnelte einem Dschungel aus Wäscheleinen. Den Nachmittag und Abend verbrachten wir mit Kartenspielen, kleinen Klaviervorführungen und Gesangsrunden. Abends gab es dann Reis mit Tomatensuppe und diesmal sogar vom Herd.



Dag 05

Der nächste Tag begann mit einer Putzaktion des Pfarrheims. Anschließend wanderten wir los. Heute schien auch wieder die Sonne und wir konnten uns bei unserer Mittagspause in Tusberger sogar ein Eis genehmigen. Der Weg führte wieder über Stock und Stein. Das heutige Ziel war eine Hütte an einem See. In ihr befanden sich zwei Jungs, die grade beim Aufbruch waren und für uns die Hütte räumten. Da der eine Geburtstag hatte, verpassten wir nicht die Gelegenheit „Happy Birthday“ zu singen. Die Jungs nutzten die Chance und gingen im See schwimmen. Doch da dort zu wenig Platz für drei Zelte war und die Lustigen Lurche noch so viel Power trotz Schwimmgang hatten, zogen sie zu fünft weiter. Wir Panther bauten uns zu zweit oder dritt Dackelgaragen auf und die Leiter schliefen in der Hütte. Nachdem die Schlafplätze geklärt waren, kochten wir Kartoffelpüree mit Köttbullar. Beim Essen bekamen wir Besuch von Evelyn, einem schwedischen Mädchen. Mit ihr saßen wir lange ums Lagerfeuer, sangen Lieder und tranken Tee. Sie brachte uns ein paar schwedische Wörter bei, sodass wir den Refrain von Pippi Langstrumpf auf Schwedisch singen konnten. Anschließend ging es für uns in die Dackelgaragen.



Dag 06

Nach fünf anstrengenden Tagen, in denen wir knapp 120km gewandert sind, kamen wir endlich in Nyköping an. Dort übernachteten wir im Haus der Nyköping scout kår. Nachdem die Zimmer verteilt und die Rucksäcke ausgepackt waren, gab es Nudeln mit Bolognesesoße. Anschließend ließen wir den Abend mit verschiedenen Gemeinschaftsspielen ausklingen.



Dag 07

Die nyköpinger Pfadfinder waren sehr nett und erlaubten uns, auch noch eine zweite Nacht bei ihnen zu bleiben. Also konnten wir den Tag genießen und in Kleingruppen Nyköping erkunden. Die Innenstadt war zwar eine gute halbe Stunde von dem Haus enfernt, jedoch konnten wir die Strecke ohne unsere Rucksäcke schnell hinter uns bringen. Drei von uns Mädels machten Einkäufe für den Abend, denn wir hatten uns vorgenommen, den Luxus einer Küche zu genießen und uns auch einmal ein besonderes Essen zu gönnen. So gab es zum Abendessen selbstgemachte Pizza. Das Haus der Nyköping scout kår lag direkt an einem See. Daher besaßen sie auch Kanus und so machten die Jungs aus unserer Gruppe am späten Nachmittag auch noch eine kleine Paddeltour.



Dag 08

An Tag acht standen wir früh auf, um zu unserem Bus zu gehen, der uns nach Skebokvarn zu dem Kanuverleih bringen würde. Wir waren so pünktlich, dass wir noch eine Stunde auf den Bus warten mussten. Diese Zeit nutzten die Lustigen Lurche noch einmal, um letzte Einkäufe zu erledigen. Die Menschen in Schweden sind stets hilfsbereit und so kam uns an dem Tag eine Frau an die Bushaltestelle nachgelaufen. Sie hatte uns gesehen, als wir an ihrem Haus vorbeigingen und da sie früher selbst Pfadfinderin war, hatte sie spontan Äpfel aus ihrem eigenen Garten gepflückt und uns geschenkt. Beim Kanuverleih angekommen teilten wir uns in Zweierteams auf und starteten unsere Tour zur ersten Insel. Dort angekommen wollten wir Holz für das Feuer und zum Aufbau der Zelte suchen. Dabei entdeckten wir zu unserer Verwunderung einen Leckstein. Später, als wir gerade unser Abendessen kochten, sollte sich herausstellen, dass auf der Insel Schafe lebten. Durch den aggressiven Bock und auf dem Boden liegengelassene Äpfel hatten wir an dem Abend viel Spaß mit den Schafen. Wir Mädels konnten an diesem Tag ein Erfolgserlebnis verzeichnen: Zum ersten Mal hatten wir ohne jegliche Hilfe unser Zelt aufgestellt.



Dag 09

Gegen Mittag machten wir uns auf die nächste Etappe. Vor uns lagen 20km auf dem Wasser. Unsere Mittagspause verbrachten wir auf einer Landzunge des Festlands. Dort war eine gute Stelle um zu schwimmen und so genossen ein paar von uns das kalte Wasser. Die Schlafplatzsuche gestaltete sich diesmal schwierig und so brauchten wir fast eine Stunde, um einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Diese Nacht sollte für uns, von den Sippen Panther und Lustige Lurche, besonders werden. Geplant war eine sogenannte Feuerwache. Alle 45 Minuten wurde ein Anderer von uns aufgeweckt um auf das Feuer aufzupassen und sich ein paar Gedanken über verschiedene Themen, die Reise und das Pfadfindersein zu machen.



Dag 10

Morgens gegen acht Uhr wurden wir von der letzten Schicht der Nachtwache geweckt. Nachdem wir gefrühstückt hatten und alles wieder zusammengepackt und in den Kanus verstaut hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg. An einer Klippe machten wir einen Zwischenstop. Bis hierhin hatte alles gut geklappt. Doch als zwei unserer Gruppenleiter schauen wollten, ob man hier auch wirklich springen konnte, kenterten sie. Nachdem die ersten Lachkrämpfe vorüber waren, bewiesen wir, wie stark unser Gruppenzusammenhalt ist und schafften das Gepäck aus dem Wasser. Die beiden Leiter konnten sich selbst an Land „retten“. Nach einer tollen Stunde an der Klippe fuhren wir weiter und entschieden uns, da es in der Nähe keine bessere Insel gab, wieder auf der Schafinsel zu übernachten. Während die Leiter kochten, gingen wir in Dreiergruppen zusammen um uns für unser Versprechen vorzubereiten. Wir diskutierten unter anderem über die Themen „die Zukunft des Stammes“ und „Pfadfindersein im Alltag“.  Anschließend stellten wir unsere Ergebnisse vor und nach unserem Versprechensspruch wurden wir alle in die Roverstufe aufgenommen.



Dag 11

Am Donnerstag, den 25. August war unser letzter Tag auf dem Wasser. Wir mussten früh aufstehen, damit wir rechtzeitig wieder am Kanuverleih waren und unseren Bus nach Nyköping nicht verpassten. So fuhren wir um 9.30 Uhr von der Insel, auf der wir übernachtet haben los und erreichten etwa eine Stunde später unser Ziel. Da wir früher waren wie geplant, mussten wir noch zwei Stunden auf den Bus warten. Also machten wir an dem Kanuverleih unsere Mittagspause, in der sich ein paar von der Gruppe ein Eis oder ein Stück Kuchen kauften. Dann fuhren wir wieder zurück nach Nyköping. Dort gingen wir in den Supermarkt, um für das Abendessen einzukaufen und machten uns dann wieder auf den Weg in das Pfadfinderhaus, in dem wir die nächste Nacht verbrachten. Dort angekommen fingen Benedikt, Stephan und Tobias an, das Abendessen vorzubereiten. Am späten Nachmittag bekamen wir dann Besuch von Karin, einer Frau die ehrenamtlich für den Wanderweg „Sörmlandsleden“ arbeitet, die uns Fragen über unsere Reise stellte und darüber, wie uns der Weg gefallen hat, um einen Artikel über uns in ihrer Zeitung zu veröffentlichen. Nachdem sie wieder gefahren war, gab es bei uns Abendessen. Die drei Köche hatten uns ein sehr gelungenes Drei-Gänge-Menü gezaubert. Zur Vorspeise gab es Tomatensuppe, die Hauptspeise bestand aus Paprika und Zucchini gefüllt mit Hackfleisch und überbacken mit Fetakäse mit Kartoffeln und Kräuterquark und die Nachspeise war ein Keks verziert mit Trauben, Himbeeren, Kakao und Schokosoße. Nach dem Essen ließen wir den Abend noch ruhig ausklingen und gingen dann schlafen.



Dag 12

Am Freitag, den 26. August führte unser Weg nach Stockholm. Morgens mussten wir früh raus und nachdem wir gefrühstückt und das Haus geputzt hatten, gingen wir nach Nyköping zum Bahnhof. Von dort aus fuhren wir mit dem Zug nach Stockholm und liefen noch ein kleines Stück bis zu unserem Hotel. Dieses hieß Dockside Hostel und lag in der Altstadt direkt am Hafen. Nachdem wir eingecheckt und die Zimmer eingeteilt hatten, war für uns noch Zeit, um in Dreiergrüppchen die Stadt zu erkunden oder shoppen zu gehen. Um halb sieben trafen wir uns dann wieder in dem Hostel um gemeinsam zu Abend zu essen. Danach machten wir uns auf den Weg zur Icebar, wo wir eine dreiviertel Stunde bei -7°C, guter Musik und klasse Cocktails verbrachten. Im Anschluss konnten wir den Abend in Kleingruppen ausklingen lassen und Stockholm bei Nacht erleben.



Dag 13

Am Samstag, den 27. August stand für uns eine Museumsbesichtigung auf dem Plan. Wir starteten den Tag mit einem Frühstück am Hafen und fuhren dann mit einem Boot zu dem Vasa-Museum. Dies ist ein Museum in dem das Kriegsschiff Vasa steht, welches bei seiner Jungfernfahrt gesunken ist. Nach dem Museumsaufenthalt hatten wir wieder Freizeit und hatten die Möglichkeit eine Sightseeingtour Tour mit dem Boot zu machen, oder Stockholm selbst  zu besichtigen. Um den letzten Abend noch einmal richtig schön zu gestalten, gingen wir in ein Restaurant für ein gemeinsames Abschiedsessen. Dort bekamen wir traditionell schwedisches Gerichte wie Elchburger und Rentier-Köttbullar. Es war ein wirklich gelungener Abend. Nach dem Essen tauchten wir in das Stockholmer Nachtleben ein und genossen unsere letzten Stunden in dieser schönen Stadt.



Dag 14

Am Sonntag, den 28. August war es dann so weit. Unsere Reise neigte sich dem Ende zu. Der Tag begann wieder relativ früh für, da wir unsere Rucksäcke packen und unsere Zimmer räumen mussten. Als alle Rucksäcke gepackt waren trafen wir uns am Hafen zum gemeinsamen Frühstück und zu einer letzte Reflektionsrunde. Nachdem dann unser ganzes Essen gegessen war begaben wir uns auf den Weg zum Bahnhof, denn von dort ging unser Bus aus der Stadtmitte raus zum Flughafen. Am Flughafen angekommen checkten wir erst mal ein und hatten dann noch etwa eine Stunde bis unser Flug ging. Nachdem das Warten dann ein Ende hatte, ging es für uns wieder zurück in Richtung Heimat. Trotz einigen Turbulenzen hatten wir alle den Flug mehr oder weniger gut überstanden und kamen glücklich in Deutschland an. Am Ausgang warteten schon unsere Eltern in freudiger Erwartung auf uns, um uns zu empfangen.